Im ersten Teil dieses Interviews berichtet Annette Schäfer über ihre Arbeit als Leiterin einer VHS und speziell darüber, wie eine Bewerbung an einer VHS aussehen sollte.

 

Frau Schäfer, können Sie sich vielleicht zunächst einmal kurz vorstellen?

Leiterin VHS

Gerne, mein Name ist Annette Schäfer. Ich bin verheiratet und habe Zwillinge im Alter von 16 Jahren. Nach meinem Studium zum Diplomchemiker habe ich im Pharmabereich gearbeitet und später als Dozentin an einer Pharmaschule im Fernstudienbereich. Dank meines Abschlusses im Kurs zur Dozentin in der Erwachsenenbildung konnte ich vor einigen Jahren die Leitung der örtlichen Volkshochschule übernehmen. Da ich mich im Bereich der psychologischen Beratung fortgebildet habe, biete ich als Dozentin auch Kurse zum Thema Burnout, Achtsamkeit und Stressbewältigung an.

 

Sie haben viele Jahre an einer Volkshochschule unterrichtet und sind nun Leiterin einer VHS. Worin unterscheiden sich Ihre Aufgaben?

Zuerst einmal kommt natürlich der organisatorische Bereich dazu. Ich spreche mit neuen Dozenten, unterstütze bei Problemen in laufenden Kursen und bin eigentlich ständig auf der Suche nach neuen Räumlichkeiten für unsere Volkshochschule. Weiterhin schaue ich mich nach Themen um, die für neue Kursteilnehmer interessant sein könnten. Da scheue ich auch nicht den Blick in die Kursangebote anderer Volkshochschulen. Anschließend beginnt die Suche nach geeigneten Dozenten. Bei Themenabenden oder einmalig stattfindenden Kochkursen bin ich auch schon mal den ganzen Abend dabei und helfe beim Ablauf, besonders das Auf- und Abbauen des nötigen Equipments wird dann von mir organisiert.

Einmal im Jahr veranstalten wir einen Infotag in unseren Räumen. Dann kann sich jeder Interessierte direkt bei den Dozenten erkundigen, was in erster Linie der Gewinnung neuer Teilnehmer dient sowie der Öffentlichkeitsarbeit im Ort.

Meine Aufgabe und auch mein persönliches Anliegen ist es zu einem jährlich stattfindendem Dozententreffen einzuladen. Dort lernen sich alle Dozenten der Volkshochschule näher kennen, was sonst im Alltag kaum möglich wäre.

Letztendlich bin ich auch ein bisschen Kummerkasten für die Probleme der Dozenten mit Kursteilnehmern oder auch im umgekehrten Fall. Dann versuche ich zu vermitteln oder zu schlichten wenn nötig.

Insgesamt gesehen besteht schon ein großer Unterschied zwischen reiner Dozententätigkeit und der Leitung der VHS. Die Leitung ist komplexer und bedarf einer vorausschauenden Arbeitsweise. Die Planung des Kursprogrammes wird mit mehr als einem Jahr Vorlauf erstellt! Es ist dennoch eine abwechslungsreiche Aufgabe, der Kontakt mit den Dozenten und Teilnehmern ist sehr bereichernd. Nie in meinem Leben habe ich so viele neue Menschen in so kurzer Zeit kennengelernt wie in den letzten Jahren.

 

Die meisten Dozenten bewerben sich wahrscheinlich initiativ bei Ihnen. Wie muss eine Bewerbung aussehen, dass ein Dozent für Sie in Frage kommt?

Bewerbung an einer VHSSie haben Recht, die Dozenten kommen meist auf uns zu. Eine Bewerbung an einer VHS sollte einen übersichtlichen tabellarischen Lebenslauf enthalten und falls erforderlich die Nachweise der Qualifikation für das unterbreitete Angebot. Wichtig ist auch, ob der Dozent schon Erfahrungen mit dem Kurs hat und wo er angeboten wurde. Wir achten auch darauf, dass der Dozent nicht allzu weit vom Kursort entfernt wohnt, da sonst zu viele Fahrtkosten entstehen würden.

 

Im zweiten Teil dieses Interviews erklärt Annette Schäfer, worauf sie bei neuen Dozenten besonders achtet und wann Dozenten auch mit neuen Kursideen kommen können.

Dieses Interview ist Teil des Ratgeberbuchs „Dozent werden“, das im FELDHAUS-Verlag erschienen ist.

Sie wollen Dozent oder Dozentin werden? Nehmen Sie Kontakt mit uns auf und bestellen Sie kostenlos die Infounterlagen und das erste Lehrheft unseres staatlich anerkannten Fernkurses „Dozent/in in der Erwachsenenbildung“.

Share on FacebookShare on Google+