Im ersten Teil dieses Interviews berichtet der Dozent und Ausbilder Marco Drösemeyer über seine Erfahrungen mit dem Thema Kollegialität in der Dozentenbranche.

Marco, kannst Du Dich zunächst einmal kurz vorstellen?

 

marco droesemeyerMein Name ist Marco Drösemeyer, ich bin seit 2010 als Dozent in der Erwachsenenbildung für unterschiedliche Bildungsträger als Freiberufler unterwegs und unterrichte dabei solche Fächer wie Logistik, Marketing, Wirtschafts- und Sozialkunde.

Weitere Schwerpunkte wie Kommunikation, Bewerbungstraining, Profiling und andere Themen kommen hinzu.

Dabei bin ich vor allem ein gelernter Logistiker und Betriebswirt, der sich aber in der Betätigung als Ausbilder, Berater, Coach, Dozent und Mediator sehr wohl fühlt.

 

Du bist seit vielen Jahren als freiberuflicher Dozent unterwegs und hast im Laufe Deiner Berufstätigkeit sicherlich jede Menge anderer Dozenten kennen gelernt. Woran machst Du fest, ob ein Mitdozent ein ‚guter Kollege‘ ist? Was unterscheidet ihn von einem ‚schlechten Kollegen‘?

Ich möchte an der Stelle erstmal eine Lanze brechen. Man mag meinen, dass die Betätigung als Freiberufler bei der Vielzahl an Dozenten einem Haifischbecken ähneln könnte und Vieles egoistische Züge annehmen könnte. Dem ist zumindest nach meiner Wahrnehmung nicht so. Die allermeisten Kollegen sind im wahrsten Sinne des Wortes sehr kollegial und man kommt in der Gilde der Dozenten recht schnell und unkompliziert miteinander klar. Schlechte Kollegen kann ich mit großer Mühe an einer Hand abzählen.

Gute Kollegen sind die, die untereinander kommunikationsfreudig sind, wo man sich gegenseitig in der Sache unterstützt, Informationen weitergibt, wo kein Neid bei gemeinsamen Schnittmengen aufkommt und man sich gegenseitig den Dozentenjob gönnt. Ich finde es immer sehr gut, wenn unterschiedliche Dozenten für ein und dasselbe Modul sich gegenseitig informieren, auf Sachstand bringen und man dem Kollegen nicht alles aus der Nase ziehen muss.

Wichtig ist auch Loyalität gegenüber dem Kollegen, wenn gemeinsame Teilnehmer versuchen, die Dozentenkollegen untereinander auszuspielen. In meinem Umfeld ist das glücklicherweise ziemlich gut geregelt. Wie schon erwähnt, kann ich diesbezüglich bisher nur von guten Erfahrungen berichten.

In welcher Form können sich Dozenten eigentlich gegenseitig unterstützen?

Wie bereits oben erwähnt, finde ich einen stetigen Kommunikationsaustausch bei gemeinsamen Klassen oder Modulen unerlässlich. Das Reporting/Meldewesen/Klassenbuchführen und den Kollegen wissen lassen, an welcher Stelle man aufgehört hat und wo der andere beginnen muss.

Da können sich die Kollegen unheimlich gut unterstützen und da erkennt man nach meiner Meinung auch relativ schnell, ob jemand kollegial ist und neben der eigentlichen Unterrichtstätigkeit auch ansonsten mit dem so genannten ‚Nebengeplänkel‘ für den Job geeignet ist.

Außerdem können sich Dozenten ganz hervorragend mit Supervision unterstützen. Wie geht ein Kollege mit bestimmten Hürden des Alltages um? Das ist auch sehr wichtig.

Die meisten Dozenten sind enorm hilfsbereit, wenn ein Kollege sie um Hilfe bittet. Manchmal wird aber auch die Grenze zum Ausnutzen der Kollegen überschritten. Wo ziehst Du persönlich die Grenze?

Kollegialität

Ich helfe sogar ganz gerne mal dem einen oder anderen Kollegen mit einem eigenen entworfenen Skript aus – wenn Not am Mann ist und man improvisieren muss. Was ich gar nicht mag ist, wenn ein Kollege sich bewusst und vorsätzlich bei meinen eigenen Quellen bedient, nur damit er die Arbeit nicht selbst zu machen braucht. Das ist für mich ein echtes ’no go‘.

Ansonsten mag ich es generell nicht, wenn sogenannte Nebenarbeiten wie Klassenbuchführen und Berichtswesen an einem Dozenten hängenbleiben und der andere sich bequem zurücknimmt.

 

Marco Drösemeyer ist erreichbar unter folgender Internetadresse:

www.dcc.droesi.de

office@droesi.de

 

Im zweiten Teil dieses Interviews gibt Marco Drösemeyer Hinweise zum Thema Mentoring und berichtet von seiner Tätigkeit als IHK-Prüfer.

Dieses Interview ist Teil des Ratgeberbuchs „Dozent werden“, das im FELDHAUS-Verlag erschienen ist.

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