Wer als Dozent beruflich Fuß fassen will, merkt es schnell: Es gibt kaum noch Festanstellungen in der Weiterbildungsbranche. Für die meisten Dozentinnen und Dozenten liegt der Ausweg deshalb in der Freiberuflichkeit. Was sind denn eigentlich die Vorteile und Nachteile einer freiberuflichen Tätigkeit als Dozent?

 

vorteile und nachteile der freiberuflichkeit

Freiberuflichkeit – es geht um mehr als Steuern und Versicherungen

In diesem Blogbeitrag soll es nicht in erster Linie um Fragen rund um Steuern und Versicherungen gehen, sondern darum, wie man „gestrickt“ sein sollte, um in der Freiberuflichkeit tatsächlich seinen Lebensunterhalt erarbeiten zu können. Werfen wir einmal einen Blick auf die Vorteile und Nachteile einer solchen freiberuflichen Tätigkeit!

 

Vorteile der Freiberuflichkeit

  • Ein Freiberufler kann seine berufliche Tätigkeiten, z.B. seine Arbeitszeiten, weitestgehend selbst planen und organisieren – auf jeden Fall deutlich besser als ein Angestellter.
  • Es ist ihm (bis zu einem gewissen Ausmaß) möglich, seine Auftraggeber selbst auszuwählen oder Aufträge abzulehnen.
  • Er gewinnt so nach und nach mehr Zutrauen in sich und seine Fähigkeiten – wenn er tatsächlich Erfolg hat bei seinem Tun und seine freiberufliche Tätigkeit genug abwirft.
  • Er kann selbst neue Kursideen entwickeln und sie (ggf. in Kooperation mit einem Bildungsanbieter) in die Tat umsetzen.
  • Auf Neudeutsch heißt das wohl: Ein Dozent empfindet in seinem Berufs ein hohes Maß an „Selbstwirksamkeit“.
  • Viele Dozenten zeichnen sich deshalb durch eine relativ große Jobzufriedenheit aus.

 

Nachteile der Freiberuflichkeit

  • Der größte Nachteil bei einer freiberuflichen Tätigkeit ist sicherlich, dass man nie weiß, wie viel Geld man am Ende eines Monats tatsächlich auf dem Konto hat. Ein hohes Maß an Unsicherheit gehört also zu einem solchen Job dazu.
  • Freiberufliche Tätigkeit ist meist „Saisonarbeit“. Bestimmte Zeiten (z.B. Ferienzeiten) sind eher schlechte Monate für einen freiberuflichen Dozenten: Die Kunden sind ja zum Großteil im Urlaub und es kommt kein Geld herein!
  • Wenn Sie selbst in Urlaub fahren, verdienen Sie natürlich auch kein Geld. Gleiches gilt im Fall einer Erkrankung.
  • Ein Freiberufler muss sich ständig darum bemühen, neue Kunden und Auftraggeber zu finden. Wem die Akquise überhaupt nicht liegt, dürfte deshalb Probleme bekommen.
  • Der Kunde ist König! Wenn der Auftraggeber von Ihnen verlangt, besondere Lern-Inhalte abzudecken, dann müssen sie dies tun – oder ein anderer Dozent übernimmt Ihren Auftrag. Auch die Unterrichtszeiten werden im Normalfall vom Auftraggeber festgelegt und nicht von Ihnen.
  • Freiberufliche Dozenten müssen mobil sein, um ggf. auch Aufträge in größerer Entfernung annehmen zu können.
  • Für die Familie und den Freundeskreis ist Ihre berufliche Tätigkeit u.U. eine ziemliche Belastung: Sie wissen nicht immer, wann und wo Sie Ihren nächsten Auftrag bekommen werden. Wer vornehmlich in den Abendstunden arbeitet (oder arbeiten muss), wird z.B. seine jüngeren Kinder abends nicht zu Bett bringen können.

 

Fazit

Zurück zu unserer Ausgangsfrage: Wie muss ein freiberuflicher Dozent denn nun „gestrickt“ sein, um Erfolg zu haben?

Freiberuflichkeit ist eine spannende Arbeitsform, die aber ein hohes Maß an Eigenverantwortung, Leistungsfähigkeit und Leistungswillen, „Biss“ und Kreativität erfordert. Ein freiberuflich tätiger Dozent muss es aushalten können, dass er nie sicher weiß, wie viel Geld er am Monatsende auf dem Konto hat und wann der nächste Auftrag kommt.

Da es in der Weiterbildungsbranche immer weniger feste Stellen gibt, bietet die Freiberuflichkeit für viele Dozenten allerdings oft die einzige Alternative oder – wenn man es freundlicher ausdrücken möchte – die Chance, sich den Lebensunterhalt durch die eigene Lehrtätigkeit zu sichern und dabei relativ frei und selbstbestimmt arbeiten zu können.

 

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Anne Oppermann

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