Viele Altenpfleger und Altenpflegerinnen fragen sich: „Wie werde ich eigentlich Dozent in der Altenpflege?“ und „Welche Bedingungen muss ich erfüllen, um an einer Altenpflegeschule tätig werden zu können?“ Diesen Fragen werden wir in dieser kleinen, zweiteiligen Blogreihe nachgehen.

 

Kurzantwort für Leser, die wenig Zeit haben

  • Examinierte Altenpfleger(innen) können Dozent(inn)en werden.
  • Sehr gute Fachkenntnisse sind notwendig.
  • Auch ein Nachweis der pädagogischen Kenntnisse ist meist zwingend.
  • Dozenten arbeiten häufig nebenberuflich und als Honorarkraft.
  • Mögliche Auftraggeber sind private Bildungsträger, Altenpflegeschulen, Volkshochschulen, Familienbildungsstätten und andere Bildungseinrichtungen
  • Angestelltenjobs und Leitungspositionen in Altenpflegeschulen gibt es häufig bzw. fast nur für Absolventen akademischer Studiengänge (etwa Pflegepädagogik).
  • Führungsaufgaben oder Leitungsfunktion können auch von nicht-akademischen Kräften übernommen werden (wenn auch eher selten).
  • Bei den meisten Bildungsanbietern arbeiten examinierte Altenpfleger (Nicht-Akademiker) vor allem als Honorarkräfte.
  • Tipp: Weiterbildungsträger nach erforderlichen Qualifikationen fragen – dann bewerben!

 

Dozent in der Altenpflehe

 

Antwort für Leser, die es genauer wissen wollen

Jetzt folgt die ausführliche und detaillierte Antwort auf die Ausgangsfrage „Wie werde ich Dozent in der Altenpflege?“ – für diejenigen Interessenten, die etwas mehr Zeit mitbringen 😉

 

Die Altenpflege ist ein anstrengender Beruf

Warum wollen eigentlich so viele Altenpfleger Dozenten werden? Dafür gibt es verschiedene Gründe:

  • Jobs in der Altenpflege sind nicht nur körperlich, sondern oft auch psychisch enorm anstrengend.
  • Manche Altenpfleger werden durch ihre berufliche Tätigkeit regelrecht krank: So wird z.B. das Heben oder Umbetten der Pflegebedürftigen zunehmend zum Problem, weil der Rücken nicht mehr mitspielt.
  • Der Umgang mit den häufig dementen und manchmal „schwierigen“ alten Menschen kann ziemlich belastend sein.
  • Ein Dozentenjob könnte hier eine körperliche und psychische Entlastung mit sich bringen.
  • Ein weiterer Grund für die Jobsuche als Dozent ist, dass in der Altenpflege Tätige meist nicht besonders viel Geld verdienen.
  • Manche möchten sich deshalb mit einem Dozentenjob etwas dazu verdienen.
  • Manche AltenpflegerInnen suchen eine neue berufliche Herausforderungen: Sie sind u.U. schon lange in ihrem Job tätig und wollen einfach etwas Neues ausprobieren – eben das Unterrichten.
  • Diesen Fachkräften in der Altenpflege liegt es am Herzen, ihre beruflichen Erfahrungen an andere weiterzugeben.

 

Was haben AltenpflegerInnen (aus Sicht eines Bildungsanbieters) zu bieten?

Sie werden sich bei dieser Frage sicherlich denken: „Ich habe selbstverständlich eine ganze Menge zu bieten!“ Und das stimmt auch:

  • Sie besitzen eine langjährige Berufserfahrung im Bereich der Altenpflege, die Sie dazu befähigt, Ihren Job überzeugend auszufüllen.
  • Sie haben in Ihrem Berufsleben wahrscheinlich selbst schon an vielen Fortbildungen teilgenommen, so dass Sie durchaus (vielleicht eher intuitiv) sagen können, welche Dozenten besonders „gut“ waren und welche nicht so überzeugend herüberkamen.
  • Unter Umständen verfügen Sie bereits über ein gewisses Maß an Unterrichtserfahrung, ohne sich dessen so richtig bewusst zu sein. Oder haben Sie noch nie Ihre jüngeren KollegInnen „gecoacht“ und angeleitet? Beraten Sie nicht immer wieder Angehörige, wie sie am besten mit ihren dementiellen und pflegebedürftigen Verwandten umgehen können?
  • Vielleicht haben Sie ja sogar bereits Kurse zu einzelnen Themen der Altenpflege bei verschiedenen Bildungsanbietern durchgeführt?

 

Nachweis pädagogisch-didaktischer Kompetenzen

Für die meisten Dozenten-Jobs ist es eine verpflichtende Voraussetzung, dass Sie ausreichende pädagogisch-didaktische Kompetenzen nachweisen können. Fünfzig oder gar neunzig Minuten Unterricht kann man ja auch nicht „mal so eben“ aus dem Ärmel schütteln. Sie müssen also Ihrem Auftraggeber klar machen, dass Sie über das notwendige „Handwerkszeug“ verfügen, um Ihren Unterricht zu planen, durchzuführen und nachzubereiten und um ggf. auch Prüfungen abnehmen zu können.

 

Fast jeder Dozent in der Altenpflege braucht einen solchen Nachweis

Dass ein solcher Nachweis der eigenen didaktischen Kompetenzen vor allem von Neulingen in der Dozenten-Zunft erwartet wird, versteht sich von selbst. Aber auch für Kollegen, die bereits seit längerer Zeit als Dozenten tätig sind, kann ein solcher Nachweis notwendig werden.

Dies gilt z.B. dann, wenn das Bildungsinstitut, für das Sie arbeiten möchten, ein Qualitätsmanagementverfahren einführt. Dazu gehört in der Regel, dass sich sämtliche Dozenten kontinuierlich weiterbilden. Ihr Auftraggeber wird in einer solchen Situation einen entsprechenden Nachweis (bzw. ein Zertifikat) über eine entsprechende Weiterbildung verlangen – sonst kommen Sie als Dozent erst gar nicht in Frage.

 

Im nächsten Teil dieser Blogreihe geht um Ihre Chancen und darum, was Sie dafür tun können, um diese Chancen zu nutzen.

 

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Anne Oppermann

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